A Poem: Sommer

Ein blauseidener Himmel über einer rauchenden Stadt.
Alles dehnt sich unter der Hitze.
Gefangen hinter Gardinen ganz kühl,
nur ein spaltbreit geöffnete Rollläden,
fällt eine Portion Sonne in die Dunkelheit.
Wie still die Welt wird,
wenn der Sommer alles lahm legt.
Nur Mutige setzen ihre Füße,
Kinderfüße,
auf das kochende Pflaster.
Rote Haut erinnert an vergessenes Sonnenmilchgeschmier.
So schmeckt die Gluthitze, so schmeckt der Sommer, atmet das Leben.
Als könnte man die gleißend goldenen Strahlen der Sonne beinah greifen,
langen Finger, die sich nach verdorrtem Gras strecken.
Atme, Welt, atme,
den Staub der trockenen Zeit.
Wasser spritzt, Kinder kreischen.
Auf der Liegewiese des Schwimmbads kugeln sich die Sonnenanbeter.
Ein Kind trägt drei runde, bunte Bällchen auf einer trockenen Waffel vor sich her.
Rosa, Braun, gelb. Eine Trophäe.
Salzig brennt der Schweiß auf den aufgesprungenen Lippen,
die der Sommer ausgetrocknet hat.
Perlendes Lachen tanzt über die Wiese, alles flirrt.
Süße Wassermelone, rot-grüne-Kugel-Erfrischung,
verschwindet hinter einer aufgezogenen Perlenkette aus Zähnen.
Das Leben wiegt so schwer, so leicht in diesem Sommer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.