Me, the Bookthief: Bücher, die ich liebe

Eigentlich ist doch immer Lesezeit. Im Frühling, wenn die erste Wiese duftend zum Leben erwacht und wir es uns noch frierend mit dem Handtuch auf dem taufrischen Gras gemütlich machen. In den großen Ferien, wenn wir mit einem Buch am Pool liegen und uns von der Sonne küssen lassen. Im Herbst, wenn der Wind die bunten Blätter um unsere Häuser treibt und natürlich im Winter, wenn es drinnen besonders gemütlich ist.

Ein Buch ist immer bester Freund, Seelenstreichler und Tröster bei Frust und Kummer. Und dann gibt es noch die Bücher, die besonders magisch sind. Die Bücher, bei welchen man hofft, dass man nie die letzte Seite umblättern muss. Lieblingsbücher eben!

Hier folgt eine Liste mit Büchern, die mich tief berührt haben und die ich immer wieder gerne lese (dabei hasse ich es eigentlich, Bücher mehrmals zu lesen, weil ich die Handlung doch sowieo schon kenne!).

Bücher, Bücher, Bücher:

Die Glasglocke

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Worum geht´s? 
Sommer, 1953. Esther ist Anfang Zwanzig, getrieben von Ehrgeiz und dem Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Sie ist brave Tochter, fleißige Studentin und hat einige Stipendien gewinnen können. Ihr heiles Leben bekommt Risse, als sie einer ihrer Träume wahrzuwerden scheint: Sie, die nur die ländliche Welt ihres Heimatortes kannte, erhält ein Praktikum bei einer renommierten Zeitschrift in New York. Aber dort ist die Welt so gar nicht glitzernd, die Anforderungen sind viel zu hoch und Esther beginnt am eigenen Ehrgeiz zu zerbrechen. Von dem Erlebten erschlagen, kehrt sie nach Hause zurück und gleitet dort in ein unerklärliches Stimmungstief ab, das sich langsam aber schleichend zu einer Depression entwickelt. Es ist der Beginn einer Existenzkrise.

Das Buch ist toll, weil…es von Hoffnungslosigkeit, Depression aber auch dem Mut zu Leben erzählt. Die Glasglocke ist der einzige Roman der amerikanischen Schriftstellerin Sylvia Plath, die ansonsten fantastische Lyrik geschrieben hat. Für Plath typisch ist das Werk ziemlich düster, mit verqueren Metaphern, aber auch einer sehr poetischen Sprache, allein deswegen lohnt sich die Lektüre. Die Autorin (deren Person in vielen Teilen in Esther Greenwood zu erkennen ist) versteht es perfekt, Melacholie und Traurigkeit einzufangen und wer noch nie von Depressionen gehört hat, der hat nach dieser Lektüre ein ziemlich gutes Bild davon, weshalb das Buch mitunter auch beklemmend sein kann. Kein Feel-Good-Buch, aber für alle, die Sprache lieben, sich für Geschichten von Emanzipation, dem Schreiben, Traurigkeit und das Wieder-Aufstehen nach einer psychischen Krankheit interessieren. Umso tragischer ist es, dass Sylvia Plath, die im Nachhinein zu einer Ikone des Feminismus in den 1960ern in Amerika stilisiert wurde, nur vier Wochen nach erscheinen des Buches ihren eigenen Dämonen erlag und Selbstmord beging.

„I desire things that will destroy me in the end.“
– Sylvia Plath –

Dienstags bei Morrie

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Worum geht´s
Mitch Albom, seines Zeichens hart arbeitender Sportjournalist, erfährt, dass sein ehemaliger Lieblingsprofessor Morrie Schwartz an ALS erkrankt ist und bald sterben wird. Zu Studienzeiten verbanden sie Seminare und gemeinsame Treffen, bei welchen sich Student und Professor jeden Dienstag über das Leben unterhielten. Danach hat Albom seinen Professor aus den Augen verloren und hat Geld gegen Träume eingetauscht. Der baldige Tod Morries bringt den Sportjournalisten jedoch dazu, das eigene Leben zu überdenken. Nach einem ersten Besuch nehmen die beiden ihre dienstäglichen Treffen wieder auf. Obwohl Morries Körper verfällt, sprüht sein Geist vor Ideen, Ratschlägen und der Lust am Leben, die er auf Mitch Albom weitergeben möchte. Ein letzter Kurs voller Lebensweisheiten beginnt.

Das Buch ist toll, weil…es davon erzählt, wie schön das Leben ist und dass man selbst im Angesicht des Todes achtsam, in Dankbarkeit und  voller Freude leben kann. Das Buch ist gespickt mit Weisheiten, die in schöner Sprache verpackt sind – wie als ob der kleine Prinz erwachsen geworden wäre. Die lektüre lehrt einen, wie wertvoll das Leben ist und wie wir ein bisschen mehr zu uns selbst und zu unserem persönlichen Glück finden. Gleichzeitig ist es auch ein sehr philosophisches Buch, das die essentiellen Fragen des Lebens stellt und zum Nachdenken anregt. Sehr bewegend, sehr weise, nicht traurig, sondern voller Hoffnung, zumal das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht – die Verfilmung steht auf meiner „To watch“-Liste.

“The truth is, once you learn how to die, you learn how to live.”
– Mitch Albom –

Die Selbstmordschwestern

 

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Worum geht´s
In einem kleinen Vorort lebt die Familie Lisbon mit ihren fünf Töchtern. Alle fünf trennt nur ein Jahr Altersunterschied, alle sind hübsch, blond, unnahbar und werden Ziel des heimlichen Begehrens der Nachbarjungen, welche die Töchter stets beobachten. Eingeengt von den strengen Eltern begeht die jüngste Tochter Suizid und ihre Schwestern sollen bald ihrem Beispiel folgen, das Jahr der Selbstmorde beginnt. Die Nachbarjungen beginnen über das Leben der Lisbon-Töchter, ihre Umwelt und das Erwachsenwerden zu reflektieren, ohne die Selbstmordschwestern jemals gekannt zu haben.

Das Buch ist toll, weil es schaurig-schön vom Heranwachsen erzählt. Toll ist auch die Erzählperspektive, aus der Sicht der Nachbarjungen, die zur Erzählzeit des Buches eigentlich schon erwachsene Männer sind, nur im Kollektiv agieren und die Lisbon-Mädchen nie vergessen konnten. Die Sprache ist manchmal trocken, fast ironisch, schafft aber lyrische Momente und tolle Bilder. Auch diesem Buch haftet eine gewisse Düsternis und Beklommenheit an, die aber ganz passend zu den Schwierigkeiten der Pubertät und dem Erwachsenwerden ist.

“You don’t understand me. I’m a teenager. I’ve got problems!”
– Jeffrey Eugenides –

Die Bücherdiebin

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Worum geht´s?
1939, Deutschland. Liesel Memminger und ihr Bruder sind auf dem Weg nach Molching bei München, wo sie während des Krieges bei  einer Pflegefamilie unterkommen sollen. Doch der Bruder stirbt und der Tod, Erzähler dieses Buches, trifft zum ersten Mal auf Liesel. Von nun an begleitet er sie durch den Kriegsalltag und wirft, während er selbst sehr furchtbar viel zu tun hat, stets ein Auge auf Liesel. Diese kommt bei Familie Hubermann unter und erlebt Freundschaft und Liebe, aber auch die Grausamkeit des Krieges. In dieser Zeit beginnt sie Bücher zu stehlen, wo sie diese nur finden kann – eine tiefe Liebe zu Büchern und Worten ist geweckt. Doch über all dem schwebt der Tod.

Das Buch ist toll, weil…es von der Liebe zu Büchern in Zeiten des Krieges erzählt und gleichzeitig auch vom Aufwachsen, von Freundschaft, Familie und Zusammenhalt. Es ist unaufgeregt und ruhig, erzählt mit einer Heiterkeit und Leichtigkeit, die ziemlich trügerisch ist. Aber ich will nicht zu viel verraten. Das ist mein erstes Buch, in dem der Tod als Erzähler fungiert und das auf eine so gefühlvolle, charmante Weise, dass ich wirklich ergriffen war. Gleichzeitig philosophiert das Buch über Wörter, die Liebe zu Buchstaben und Büchern überhaupt. Toll für alle Bücherwürmer, Liebhaber unkonvetioneller Erzählperspektiven und auch ein wenig für Geschichtsinteressierte. Eigentlich ein Jugendbuch, aber wie ich finde, tatsächlich besser für Erwachsene geeignet.

“I have hated words and I have loved them, and I hope I have made them right.”
– Markus Zusak –

Ich bin das, was man einen Bücherwurm nennt. Nicht umsonst studiere ich Germanistik und nicht umsonst stapeln sich bei mir zu Hause Bücher. Ich könnte die Liste an tollen Büchern ewig weiterführen, aus diesem Grund werde ich meine Bücherlieblinge nach und nach vorstellen. Vielleicht ist ja das eine oder andere Buch für euch dabei!

Nur her mit euren Tipps, welche Bücher haben euer Leben verändert und welches Buch könntet ihr immer wieder lesen?

2 Kommentare

  1. Schöne Liste. Die Bücherdiebin steht auch auf meiner und ein anderes von Jeffrey Eugenides. Wenn du gucken magst: http://lexasleben.de/buchpassion-lesemuffel/
    Die Selbstmordschwestern steht aber schon ewig auf meiner Wunschliste…nur leider kamen bisher immer andere tolle Bücher dazwischen. Es gibt einfach zu viele.

    Deine anderen Empfehlungen werde ich mir gleich mal genauer ansehen, denn ich kenne sie noch nicht und unsere Geschmäcker scheinen sich zu ähneln, wenn ich mir die Begründungen so durchlese.
    LG Lexa

    • Dankeschön 🙂

      Klingt, als magst du auch Bücher, die ein bisschen in die „düstere“ Richtung gehen. Ich schau auf jeden Fall bei dir mal rein!

      Liebe Grüße

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