Goal Keeper – Wie du dein Ziel unperfekt perfekt erreichst

Ehrgeiz. Ziel. Worte, deren Bedeutung ich bereits im Kindergarten zu kennen glaubte und die meine Adern seit jeher wildpochend durchziehen. Ich war schon immer ehrgeizig und stets darum bemüht perfekt zu sein. In der Schule wollte ich immer die besten Noten und war die Person, die ihre Hausaufgaben auch dann noch gemacht hat, wenn sie krank war. Selbst wenn es einen Tag gab, an dem es eigentlich nichts zu tun gab, musste ich immer etwas unternehmen, das mich weiterbringt.
Das ist heute noch so – aber es wird besser. Für alle ehrgeizigen Perfektionisten da draußen: Es geht auch anders! Und wie?!

Mein Lebensmotto könnte der Songtext von Marina and the Diamonds „Primadonna“ sein: „All I ever wanted was the world“. Yep, das bin ich. Ich bin bereit mich anzustrengen, viel zu erreichen und meine Zukunftsträume sind groß. Es gibt Tage, an denen sich das gut anfühlt. Tage, an denen ich mich wie ein Champion fühle. Und dann gibt es Tage, an denen es einfach nur anstrengend ist, überehrgeizig gesetzten Zielen hinterher zu jagen. Tage an denen ich mich müde und alleine fühle, weil es mir zu viel wird, immer alles zu erreichen, alles perfekt zu machen.
Das sind die Tage, an denen ich erkannt habe, das ich meine Ziele auch ruhige angehen kann – nicht mit unvermeidbaren Grenzen wie „Zeit“ und „Ruhe“, sondern mit Freude und Glück.

Erreiche dein Ziel - aber sei dabei unperfekt perfekt
1. Teile dein großes  ziel iin viele kleine ziele auf

Ich bin ein Listen-Mädchen. Alles, was ich erledigen möchte muss ich aufschreiben. Das ist gut, um den Überblick zu bewahren. So habe ich mich Anfang 2017 hingesetzt und mir aufgeschrieben, was ich in diesem Jahr erleben und erledigen möchte. Das waren Punkte wie „Studium abschließen“ und „ von zu Hause ausziehen“, aber auch „neue Leute kennenlernen“, „Webblog ausbauen“ und „wieder 10 Kilometer Stück laufen“.
Jetzt, das Jahr ist noch nicht alt, erfasst mich die Panik angesichts all der Dinge, die ich erledigen muss. Die Liste motiviert mich nicht nur, sie setzt mich auch unter Druck. Was, wenn ich nicht alles schaffe?

Eine Möglichkeit wieder klarer zu sehen, ist, jedes einzelne Ziel in mehrere kleine Ziele aufzuteilen. Zum Beispiel die 10 km joggen: Ich habe mir vorgenommen, 3 x die Woche joggen zu gehen – jedes Mal eine bestimmte Anzahl an Kilometern und diese zu steigern, bis ich irgendwann bei den 10 Kilometern angekommen bin. In anderen Worten: Mach dein großes Ziel zu vielen kleinen Zielen. Arbeite diese kleinen Aufgaben Stück für Stück ab und das Gefühl der Überwältigung ist schnell verflogen und du siehst deinen Prozess sehr viel deutlicher.

 

2. Sei nett zu dir selbst, besonders wenn nichts klappt

Große Ziele in viele kleine Ziele aufzuteilen hat mir ebenfalls geholfen, mir Deadlines realistischer zu setzen. Ich weiß, ich kann diese Ziele erreichen, sie sind machbar. Was aber, wenn ich beispielsweise keine Lust habe, heute joggen zu gehen, obwohl ich mir das fest vorgenommen habe (ja, das passiert, wir sind alle nur Menschen)?

Mach dich nicht fertig, wenn du etwas nicht so hinbekommst, wie du es gerne hättest.In der Schule und im Job wurden und werden wir darauf trainiert, bestimmte Ziele zu bestimmten Zeiten zu erreichen. So musstest du bestimmt auch an Tag X ein Referat halten und wenn du es bis dahin nicht fertig hattest, dann gab es eine schlechte Note. Ja, es ist wichtig sich an Deadlines zu halten. Aber wenn du überfordert bist und Probleme mit dem gesetzten Ziel hast ist es nicht schlimm, wenn du dir selbst mehr Zeit gibst.Wie sieht das bei selbstgesetzten Zielen aus? Ich habe begriffen, das Deadlines flexibel sein können und sogar sein sollen. Sie sollen mich motivieren, nicht ausbremsen.

Besonders Langzeit-Ziele sind ein Marathon, kein Sprint. Sie sind Arbeit, sie sind Prozess.

Es ist nicht alles verloren wenn du beim Versuch dein Ziel zu erreichen auch mal die Richtung änderst oder einen Schritt zurückgehst.

Es ist wichtig zu verstehen, dass sich Prioritäten ändern können. Das es in Ordnung ist, wenn du feststellst, das du ein bestimmtes Ziel nicht erreichen länger erreichen willst. Ich habe mich oft schlecht gefühlt, wenn ich eine mir vorgenommene Aufgabe nicht erledigt habe. Dabei geht es gar nicht darum, möglichst viel auf der Liste abzuhaken – sondern darum, etwas zu deinem Leben hinzuzufügen. Macht dich ein Ziel mehr traurig und wütend anstatt glücklich, dann ist es das Ziel nicht wert. Stattdessen solltest du das akzeptieren, dir vergeben und mit etwas weitermachen, das dich glücklicher stimmt.

3. Versuche nicht alles auf einmal zu machen

Ich war die Queen des Multitasking. Möglichst viele Dinge auf einmal zu machen erschien mir der einzige Weg, alles zu erreichen. Ich habe gelernt während ich gegessen habe oder auf Kommentare geantwortet, wenn der Fernseher nebenher lief. Ich habe versucht Arbeit und Spaß zu verbinden. Es fühlte sich nicht richtig an, etwas zu machen, was mir Freude bereitet hat, ohne dabei nicht auch etwas Nützliches zu machen.

Klar, das solche Handlungen nicht gut gehen können, sondern zu Problemen führen:

(1) Ich brauchte länger zum Erledigen der Ziele

(2) Ich habe die Dinge nicht so gut erledigt, wie ich es getan hätte, wenn ich mich voll darauf fokussiert hätte

(3) Ich konnte nichts richtig genießen

Zunächst habe ich mich schlecht gefühlt. Ich dachte, wenn ich Dinge gleichzeitig erledige, bin ich effizienter und kann meine Zeit besser einteilen. Mittlerweile habe ich verstanden, das Multitasking nicht funktioniert. Ich schreibe lieber Listen und konzentriere mich auf eine Sache, step by step.

Ich setze mich zu Beginn jeder Woche hin und schreibe mir meine Ziele und Aufgaben der Woche auf. Diese teile ich den verschiedenen Wochentagen zu und ordne sie nach Wichtigkeit. Auf dieser Liste stehen auch Ziele wie „Freunde treffen“ und „Sport“. Und ja, manchmal verschiebe ich Ziele oder schieße sie in den Wind. Und das ist ok.

4. Mach Pausen

 

Es gibt zwei Arten zu arbeiten und Ziele zu erreichen: Die wirkliche Arbeit und das was du machst, damit dir deine Arbeit gefällt, beispielsweise eine Staffel Game of Thrones an einem Tag zu suchten, nur damit du am nächsten Tag wieder voller Inspiration bei der Arbeit bist. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, warum man seine Ziele erreichen will, aber auch, warum man gerne lebt. Außerdem ist es wichtig, sich Pausen zu gönnen. Pausen machen deine Arbeit nämlich besser. Hast du schon einmal versucht 5 Stunden am Stück zu lernen? Irgendwann fühlt sich der Kopf nur noch leer an und du kannst dir nichts mehr merken. Setze dir lieber Zeiten, beispielsweise eine Stunde zu lernen und dann 15 Minuten Pause zu machen. Ab einem bestimmten Punkt solltest du runterschalten, damit du für deine nächsten Ziele und Aufgaben wieder fit bist. Ich versuche jeden Tag meine gesetzten Ziele vormittags zu erledigen und mir dann Mittags Zeit für die Dinge zu nehmen, die mir Spaß machen.Ich möchte definitiv die Welt besitzen, da hat Marina recht. Aber ich möchte es mit einem entspannten Lächeln im Gesicht erleben.

 

Bist du auch ein über-ehrgeiziger Perfektionist? Wie schaltest du einen Gang runter?

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