Meine Zero Waste Anfänge: Müll auf Null

Bei mir sieht jeder Morgen gleich aus: Ich mache es mir mit meinem Frühstück und der Tageszeitung gemütlich. Normalerweise blättere ich mehr durch als das ich lese und scanne nur die Überschriften. Es ist noch gar nicht so lange her, da bin ich allerdings auf einen Artikel gestoßen, den ich beinah atmenlos von Anfang bis Ende gelesen habe. Warum?
Es ging um eine amerikanische Familie, die versucht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und deren gesamter Abfall eines gesamten Jahres ein 1,5 l. Marmeladenglas passt!
‚Verrückt – aber irgendwie auch cool!‘, dachte ich mir. Schnell habe ich angefangen zu googeln. Und dann dann habe ich das gefunden, was unter dem Namen Zero Waste bekannt ist.

Müllberg

Was ist Zero Waste?

Das wohl bekannteste deutsche Blog zu diesem Thema ist „Wastelandrebel“, hier schreibt Shia über ihr Projekt Zero Waste. Dort habe ich viele nüzliche Informationen gefunden und auch gemerkt, dass es immer mehr Blogs gibt, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen. Toll!

Zero Waste meint – wie das englische Wort schon verrät – Null Müll, Null Abfall, Null Verschwendung. Das Ziel dabei?
Die Umwelt schützen und einen eigenen kleinen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Mir ist aufgefallen, wie blind wir im Alltag mit dem umgehen, was wir haben oder was wir kaufen. Im Supermarkt wird die in Plastik eingeschweißte Gurke mitgenommen, das Essen zur Aufbewahrung in Alu-Folie gepackt oder Plastiktüten zum Transport genommen.

Was wir dagegen unternehmen können? Bewusster konsumieren und das, was wir bereits haben, aufbrauchen und das, was wir nicht brauchen, aussortieren.
Zero Waste bedeutet auch, Unnötiges gar nicht erst anzusammeln und somit auch zu sparen.

Wer Verbraucher statt Konsument ist, sprich, wer kauft was er braucht, und nicht was er begehrt (bzw. was die Werbung als begehrenswert vortäuscht), der verschwendet weniger Zeit mit Einkaufen im Allgemeinen.

Shia von Wastelandrebel

Was wir sparen ist Geld und Zeit. Beides können wir für Dinge einsetzen, die uns wirklich wichtig sind, z.B. Familie oder Güter, die lange halten und fair produziert sind. Zero Waste ist bewusstes Konsumverhalten und zielt auf Nachhaltigkeit ab.

Béa Johnson vom Blog „Zero Waste Home“ macht das Konzept anhand der sogenannten „5 R`s“ deutlich:

  1. refuse (ablehnen)
  2. reduce (reduzieren)
  3. reuse (wiederverwenden)
  4. recycle (zur Wertstoffsammlung geben)
  5. rott (kompostieren)

Was das heißt?
Nicht konsumieren, sondern verbrauchen.
Den Umfang dessen was man hat und zu brauchen glaubt, reduzieren.
Produkte die man bereits beseitzt wiederverwenden oder so kaufen, dass sie wiederverwendbar sind.
Recyceln ist zwar gut, aber noch besser ist es, erst gar nicht erst Müll anfallen zu lassen – und was man an Müll produziert sollte quasi „back to nature“ gehen können.

Glasflasche back to nature

Klingt anstrengend und nach viel Aufwand? Niemand ist perfekt! Kleine Schritte gehen ist ein super Anfang! Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich immer noch viel Müll produziere und es wahnsinnig viel zu tun gibt. Aber ich bin auf dem richtigen Weg und möchte mein Leben in Zukunft immer mehr danach ausrichten, immer weniger Müll anfallen zu lassen, immer weniger verschwenderisch zu sein.
Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an!

Wie habe ich mit Zero Waste angefangen?

Was den ZeroWaste Lifestyle betrifft fühle ich mich wie ein Baby: Noch unerfahren, mit ersten tapsigen Schritten unterwegs und ich falle auch mal auf die Nase. Aber ich lerne jeden Tag dazu. Hier habe ich ein paar Tipps für den Anfang, die wirklich jeder umsetzen kann und die sich immer weiter ausbauen lassen:

1. Informiert euch. Es gibt so viele Möglichkeiten Müll zu vermeiden und so viele tolle Alternativen zu manchem Gebrauchsgegenstand. Wer das Wissen hat, hat die Macht die Welt ein bisschen besser zu machen. Ich sitze immer noch jeden Tag vor dem Computer und klicke mich begeistert durch verschiedene Zero Waste-Blogs.

2. Glasflaschen sind super. Ich benutze gerne Flaschen von leer getrunkenen Smoothies, bin aber auch noch auf der Suche nach der perfekten Flasche, die man überall hin mitnehmen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass sie kaputt geht und in die einiges reinpasst.

3. Leitungswasser trinken, anstatt das Wasser aus Plastikflaschen. Die Qualität in Deutschland ist top – aber wer Bleirohre hat, wie sie häufig in alten Häusern vorkommen, sollte besser nicht direkt aus dem Hahn trinken. Da haben mich Oma und Mama schon gewarnt. Doch was tun? Bis jetzt bin ich nur auf die Lösung ‚Rohre austauschen lassen‘ gestoßen.

4. Möglichst unverpackt kaufen. Bei Gemüse und Obst ist das noch recht leicht, doch der Rest ist im Supermarkt eigentlich immer eingepackt. Mittlerweile gibt es zumindest in Großstädten Läden, in denen die Ware komplett unverpackt angeboten wird. Finde ich toll, aber ich wohne in einer Kleinstadt und beiße da momentan leider noch in den sauren Apfel.

Obst im Supermarkt unverpackt

5. Taschen selbst mitbringen. Wer seine eigenen Taschen dabei hat, muss keine Tüte an der Kasse kaufen und spart damit einiges an Geld. Jutebeutel sind auch super und gar nicht so hipster wie man denkt.

6. Feste Kosmetik- und Pflegeprodukte. Natürlich kann man Kosmetik- und Pflegeprodukte mit wenigen Zutaten auch selbst herstellen, da will ich mich in Zukunft auf jeden Fall daran versuchen. Im Moment aber verwende ich feste Seife, festes Shampoo und Cremedeo. Ich mag die Marke Sauberkunst sehr gerne, dort gibt es eine recht große Auswahl an festen Seifen, Shampoos etc.
Was ich mit Freuden festgestellt habe: Auch dieser Markt wächst! Es gibt bereits einiges an Anbietern, die feste, plastikfreie Kosmetika und Pflegeprodukte vertreiben.

Feste Seife unverpackt

Und was kann ich noch für die Umwelt machen?

Hier noch ein paar Tipps, wie man seinen Alltag umweltfreundlicher gestalten kann. Natürlich, ist viel davon bekannt, kann aber nicht of genug ins Gedächtnis gerufen werden:

1. Auto stehen lassen und so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel oder am besten gleich Fahrrad fahren. Super sind auch Inline, Skateboard oder gleich das Laufen.

2. Mülltrennung. Damit meine ich: Restmüll, Biomüll (am besten ein Komposthaufen!), Papier und Plastik voneinander getrennt. Ich pule auch Plastik von jedem noch so kleinen Gegenstand ab.

3. Konsumverhalten zurückfahren. Eigentlich kaufen wir doch viel zu viel. Wir sollten häufiger darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen, auch an Lebensmittel. Da wird häufig viel zu viel weggeworfen. Ich möchte auch unbedingt beim foodsafen mitmachen, also Lebensmitte, die Supermärkte entsorgt hätten, dort abholen und selbst verwenden oder verschenken.

4. Saisonal und regional kaufen

5. Weniger duschen, mehr waschen. Klingt eklig? Nein, aber viele stehen immer lange unter der Dusche oder lassen das Wasser einfach so laufen. Man kann sich auch super wie zu Omas Zeiten täglich Wasser ins Waschbecken laufen lassen und mit Seife und Waschlappen waschen.

Wie steht ihr zu dem Thema ZeroWaste? Neuling oder Profi? Ich selbst würde mich noch als absoluten Anfänger bezeichnen, aber das Bewusstsein wächst!
Deshalb: Was sind eure Tipps für ein nachhaltigeres, umweltbewusstes Leben?

8 Kommentare

  1. Huhu Janina,

    also ich würde sagen im Bereich zero-waste sind wir im Mittelfeld unterwegs. Ich mache seit 2 Jahren fast meine komplette Kosmetik im Bad selbst und auch beim Einkaufen haben wir viel verändert und wir benutzen auch sowas wie Küchenrolle und Tempotaschentücher schon lange nicht mehr. Zum Leistungswasser-Trinken nehmen wir Bügelflaschen in denen früher mal Brause war oder die großen Flaschen von den True-Fruits Smoothies. In dem Beitrag hier ( http://yes-green.com/zero-waste-muell-challenge/ )haben wir über unseren Zero-Waste Selbstversuch inklusive aller Probleme berichtet, vor allem die Katzenfutterdosen waren da etwas, das wir komplett vergessen hatten!! Der Weg ist schon echt steinig am Anfang, aber das macht ja nichts. 🙂

    Viel Erfolg auf deinem Zero-Waste-Weg 🙂

    • Wie recht du hast Anni!
      Der Weg ist das Ziel und man macht ja sehr schnell Erfahrungen und weiß, was funktioniert und was nicht. Toll, dass sich immer mehr Menschen für diesen Lebensstil interessieren – eure Tipps und Tricks lese ich super gerne!

  2. Hallo liebe Janina,

    ich habe gerade erst deinen Blog entdeckt, nach dem ich von einem Seminar zurück gekommen bin – mal ganz ohne online Welt. Um so mehr freue ich mich jetzt gleich so eine schöne Überraschung entdeckt zu haben. Der Artikel gefällt mir wirklich gut. ich mag deinen Schreibstil.

    Du hast dir ein sehr spannendes und wichtiges Thema hier ausgesucht, wie ich finde. Immer weiter so. ich bin schon gespannt was noch kommt 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Anna

  3. Liebe Janina!
    Gerade heute bin ich frisch auf deinen Blog gestoßen und weiß jetzt schon: Hier bleibe ich. 🙂
    Ich finde es toll, dass du dich mit Zero Waste auseinandersetzt – ich bin da auch vor einigen Monaten drauf gestoßen und seitdem wie im Fieber. Wenn man einmal angefangen hat und einem die Schuppen von den Augen gefallen sind – dann kann man gar nicht mehr so recht aufhören. 😉
    Allerdings bin ich auch eher Neuling und muss noch viel lernen – aber ich freue mich darauf und bin hochmotiviert!

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Das freut mich sehr Jenni, schön dass du hergefunden hast!
      Es ist toll, dass sich immer mehr Menschen dafür interessieren und versuchen möglichst umweltfreundlich zu leben. Egal ob Anfänger oder nicht, der Weg ist das Ziel und jeder Schritt in die Richtung „So wenig Müll wie möglich“ ist ein richtiger Schritt.

  4. Pingback: Geklickt: Gern gelesene, nachhaltige Blogartikel aus dem August

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