Selbstliebe und Körpergefühl – Jennifer von „She flows“ im Interview

Unser Körper ist unser Zuhause. Täglich verlangen wir ihm viel ab und dabei vernachlässigen wir oft, was uns eigentlich gut tut und wie wir uns selbst besser spüren können.
Jennifer hatte darauf keine Lust mehr und um die Lust am eigenen Körper und am Leben wiederzufinden, hat sie den Blog „She flows“ gegründet, um dort ihre Erfahrungen zu teilen.
Um was es ihr auf dem Blog geht, wie wir uns vielleicht selbst wieder finden und wie wir (wieder) eine tolle Beziehung zu unserem Körper herstellen können, verrät sie heute in einem kleinen Interview.

Interview
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Jennifer Wolff

Für alle, die dich noch nicht kennen: Um was geht es auf „She flows“?

Auf She flows schreibe ich über weibliche Sexualität. Ich möchte Menschen, besonders Frauen inspirieren, sich mehr mit ihrem eigenen Körper zu beschäftigen und ihre Sexualität neu zu entdecken. Für mich hat sich dadurch mein ganzes Leben geändert und bereue keine Schritt davon!


Wie bist du auf die Idee gekommen den Blog „She flows“ zu gründen?

Ich habe einiges in den letzten Jahren an Erfahrungen gesammelt und hatte dann das große Bedürfnis es mit anderen zu teilen. Ich dachte mir, wenn ich auch nur einem Menschen inspirieren kann, dann hat es sich schon gelohnt. Ja und jetzt nach fast einem Jahr hab ich so wunderbar tolles Feedback bekommen, es macht mich teilweise echt sprachlos!


Was bedeutet Selbstliebe für dich?

Selbstliebe ist meiner Meinung nach das, was uns alle betrifft und wir in unserem Leben lernen „sollten“. Es ist für mich unser Fundament. Mit dieser Grundlage können Beziehungen, egal ob Freundschaft, Bekanntschaft oder Liebesbeziehungen so richtig tief gehen. Und genau da können wir auch am meisten über uns lernen. Alle Menschen spiegeln uns und zeigen uns die Themen, mit denen wir uns beschäftigen können.

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Wie hat sich dein Körpergefühl in den letzten Jahren verändert?

Hui, total krass! Von 10 Jahre lang Diäten machen, nicht im meinem Körper sein, Gefühle nicht spüren können und wollen, bis hin zu verstehen was in meinem Körper passiert. Wo sitzt noch Scham, Blockaden oder Traumata? Für mich ist es wie eine Zwiebel: Es fällt immer eine Schicht ab und dann kommt die nächste und ich vermute mal es wird nie aufhören 😉
Jeden einzelnen Fleck meines Körpers liebe ich mehr und mehr und habe ihn wirklich schätzen gelernt.

(Weibliche) Sexualität ist für viele immer noch ein Tabuthema. Warum denkst du ist das so und wie könnte sich das ändern?

Oh ja das stimmt! Das war mir ehrlich gesagt gar nicht so bewusst, bis ich den Blog gestartet habe. Umso mehr ich aber über Themen schreibe die man eventuell nur mit seinen engsten Freuden bespricht, wird mir bewusst, wie viel Scham noch in der Gesellschaft mitschwingt.

Das spornt mich aber auch noch mehr an, raus zu gehen und die Info’s zu teilen. Denn wir alle finden das Thema Sex toll. Das behaupte ich einfach mal. Und umso mehr wir alle über uns selbst erfahren, unseren Körper kennen, wissen was wir wollen und dann noch das zu kommunizieren…. hach, das wird eine tolle offene Welt 😀


Glück und Zufriedenheit kommen aus uns selbst. Besonders viele junge Mädchen fühlen sich unwohl in ihrem Körper. Was kann ich deiner Meinung nach persönlich für mich tun, damit ich mich in und mit meinem Körper wohler fühle?

Nicht mit den Medien vergleichen! Das ist glaube ich das Wichtigste. Dort wird nämlich nur ein Typ gezeigt. Und in unserer Zeit ist das halt eine wirklich schlanke Figur. Vor einigen Epochen waren es noch Rundungen und Kurven, aber eine Gegenbewegung ist immer mehr zu sehen. Und das ist echt super.
Wir sind alle einzigartig. Es gibt keinen, der so ist wie ich oder du. Und das ist mal eine ganz geile Sache. Wäre doch sonst wirklich langweilig, wenn keine Unterschiede zu sehen wären.

Interview Selbstliebe

Du hast einen tollen Artikel zum Thema Leben ohne BH geschrieben. Welche Tipps hast du für alle, die das ebenfalls ausprobieren möchten?

Einfach mal auslassen, so viel es nur geht. Es wird echt ungewohnt sein am Anfang, das war es für mich auch. Aber je mehr die Brüste die Freiheitsluft riechen, wollen sie immer mehr davon. Und da helfen dann auch zum Übergang Bustiers, enge Tops oder Bandeaus.


Glaubst du, dass wir den Bezug zu unserem Körper verloren haben? Und wie bekommen wir ihn wieder?

Ich sage ja, das haben wir. Wir haben verlernt zu fühlen. Wir sind einfach zu sehr in unserem Kopf. Unser Körper hat aber noch viel mehr zu bieten als nur zu denken. Und wenn wir diese Qualitäten mehr und mehr wieder in unseren Alltag integrieren, kommen wir auch wieder mehr in unseren Körper. Und das fühlt sich an wie nach Hause zu kommen.

Interview Selbstliebe

 Da es auf deinem Blog um Selbstliebe, Zufriedenheit und Selbstbewusstsein bezüglich der eigenen Sexualität geht: Was ist für dich sexy?

Authentisch sein! Und authentisch ist für mich mit dem zu sein, was gerade ist. Wenn ich zum Beispiel morgens aufstehe und voll gut drauf bin, dann zeige ich das. Aber 3 Stunden später kann es ganz anders aussehen. Und auch das will gespürt und gezeigt werden.
Menschen, egal ob Mann oder Frau, die ihren eigenen Körper, ihre Wünsche und Eigenschaften kennen, finde ich einfach einfach sexy!


Wer inspiriert und was inspiriert dich zu einem besseren Körpergefühl?

Mein Freiheitsdrang und meine Vision.
Das Bedürfnis nach Freiheit ist bei mir echt groß, aber das geht bestimmt vielen. Und ich habe Blut geleckt. Ich kann also gar nicht mehr zurück… naja, besser gesagt ich WILL es nicht. Das ist für mich Reichtum!
Ja und die Vision anderen Menschen dabei zu unterstützen auch ihre Freiheit zu erlangen, treibt mich wirklich an! Und das macht mich richtig happy!

Vielen lieben Dank für das Interview, Jennifer!

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